Autor: Micheal

Die Erkältung: Ursachen, Verlauf und Behandlung

Die Erkältung: Ursachen, Verlauf und Behandlung

Die Erkältung, auch als grippaler Infekt bezeichnet, geht einher mit einer viralen Infektion der Bronchial-, Nasen- und Halsschleimhäute. Zusätzlich können auch bakterielle Infektionen auftreten. Der Unterschied zwischen Bakterien und Viren liegt vor allem in ihrer Größe und der Art ihrer Vermehrung und Versorgung. Viren sind um ein vielfaches kleiner als Bakterien und benötigen eine Wirtszelle, die sie ernährt.

Durch den viralen Vermehrungsprozess werden körpereigene Zellen zerstört, wie zum Beispiel Schleimhautzellen. Bakterien hingegen besitzen einen eigenen Stoffwechsel und können sich somit unabhängig vermehren. Ihre Stoffwechselprodukte jedoch sind für den menschlichen Körper wie Gift und machen ihn krank. Für den Betroffenen ist es unerheblich, ob er von Viren oder Bakterien befallen ist, er spürt den Unterschied nicht. Für die Medikation hingegen ist es durchaus ein wichtiges Kriterium.

Die Gabe von Antibiotika wirkt sich nur auf Bakterien aus, stoppt den Vermehrungsprozess und zerstört die Zellwände der vorhandenen Bakterien. Da Viren keine Zellwände besitzen, bleiben Antibiotika bei rein viralen Infekten wirkungslos. Dennoch wird bei Erkältungskrankheiten okkasionell ein Antibiotikum verschrieben, da ein simultaner Befall durch Viren und Bakterien vorkommen kann.

Bei einer Erkältung sind vorwiegend die Atemwege betroffen, wodurch Symptome wie beispielsweise Halsschmerzen, Husten und Schnupfen auftreten. Hinzu kommen Appetitlosigkeit, Müdigkeit, Kopf- und Gliederschmerzen sowie Frieren oder Fieber. Ein Erwachsener leidet im Durchschnitt drei bis vier mal Jahr unter solchen Symptomen.

Erkältungskrankheiten treten im Winter häufiger auf als im Sommer. Dies hat verschiedene Ursachen. Zum einen nimmt durch die Kälte die Durchblutung der Extremitäten sowie der Nase stark ab um Energie zu sparen und die Versorgung lebenswichtiger Organe sowie die Körperkerntemperatur aufrechtzuerhalten. Die Schleimhäute kühlen aus. Die eingeatmete Luft wird nicht mehr sorgsam genug gereinigt, befeuchtet und angewärmt. Dadurch kann es passieren, dass Viren nicht mehr ausreichend bekämpft werden und sich in den Schleimhäuten festsetzen.


Zum anderen halten sich Menschen in der kalten Jahreszeit häufiger gemeinsam in geschlossenen Räumen auf, was die Erregerübertragung begünstigt.


Durch Stress oder ungünstige Ernährung kann das Immunsystem aber auch in anderen Jahresabschnitten geschwächt werden, wodurch Erkältungen auftreten können.

Die Erreger werden durch Tröpfchen weitergegeben, die beim Husten, Niesen oder Küssen entstehen können, aber auch Hautkontakte, wie z.B. Händeschütteln, können zu einer Übertragung der Viren führen. Zuerst befallen die Krankheitserreger die Nasen- und Rachenschleimhaut. Nach ein bis zwei Tagen Inkubationszeit treten die ersten Symptome in Form von leichtem Kratzen im Hals oder Heiserkeit auf.

Es kommt zu einer Entzündung der Schleimhäute mit daraus resultierenden Schluckbeschwerden. Der zunächst trockene Reizhusten, der Schmerzen verursacht und den Schlaf stört, geht in einen schleimabsondernden Husten über. Dies deutet darauf hin, dass die Bronchien von den Erregern befallen sind. Der schleimabsondernde Husten ist zunächst noch unproduktiv, da der Schleim zu zäh ist, um abtransportiert zu werden. Hinzu kommt ein Anschwellen der Nasenschleimhäute, die Nase ist verstopft und die Betroffenen leiden unter Schnupfen. Dazu gesellen sich bei weiterem Fortschreiten in den meisten Fällen Kopfschmerzen, Abgeschlagenheit und Unwohlsein. Auch Fieber kann auftreten, welches in der Regel 39°C nicht überschreitet.

Das Immunsystem wird aktiv und bekämpft die Viren. In dieser Phase besteht die Gefahr, dass sich eine bakterielle Infektion im Körper ausbreitet. Dies kann zu Nasennebenhöhlenentzündungen, Bronchitis, Mittelohrentzündung bis hin zur Lungenentzündung führen.

In der Regel besiegt das menschliche Immunsystem eine Erkältung innerhalb von fünf Tagen bis einer Woche. Sollten die Symptome länger anhalten oder sich sogar verschlimmern, wird empfohlen, einen Arzt aufzusuchen.

Gegen Erkältungen existiert ein großes Spektrum an Hausmitteln, Ratschlägen und Arzneien. Ein interessanter und wichtiger Aspekt ist jedoch auch die Prävention, also Maßnahmen, einen Erkältungsausbruch zu verhindern.

Eine wichtige vorbeugende Maßnahme ist die Stärkung des Immunsystems durch eine ausreichende Zufuhr an Vitamin C. Die gängigen Ernährungsgewohnheiten in unserer Gesellschaft schließen einen Vitamin C Mangel jedoch beinahe aus. Eine ausgwogene, vitalstoffreiche Ernährung ist dennoch unverzichtbar für ein starkes Immunsystem. Empfohlen werden fünf Portionen Obst oder Gemüse am Tag. Als Maßstab für eine Portion kann eine Handvoll gewählt werden.

Ein Vermeiden von Orten, an denen sich viele Menschen auf engem Raum aufhalten, ist ratsam, jedoch meist nicht umzusetzen. Handschuhe und ein bis zum Mund hochgezogener Schal verhindern eine Tröpfchenübertragung durch Niesen oder Husten sowie eine Virenübertragung durch das Berühren von Halte- oder Türgriffen, zum Beispiel in der U-Bahn. Häufigeres Händewaschen ist in der kalten Jahreszeit ratsam.